Ausfallrisiko prüfen: Wie belastbar ist ein wichtiger Lieferant?
Ein Lieferant kann heute zuverlässig liefern und trotzdem Risiken aufweisen, die erst später operativ sichtbar werden. Wirtschaftliche Entwicklung, Eigentümerwechsel, personelle Veränderungen und Unternehmensverflechtungen können zusätzliche Hinweise auf die Belastbarkeit eines Unternehmens geben.
Ein Lieferantenausfall beginnt selten erst am Tag der ausgebliebenen Lieferung
Wenn ein kritischer Lieferant ausfällt, sind die Folgen schnell sichtbar. Die Ursachen können sich jedoch schon deutlich früher entwickeln. Deshalb lohnt es sich, neben operativen Kennzahlen auch das Unternehmen dahinter zu betrachten.
Wirtschaftliche Entwicklung
Veränderungen bei Ergebnis, Eigenkapital und weiteren Kennzahlen können Hinweise auf zunehmende Belastungen geben.
Strukturelle Veränderungen
Neue Eigentümer, Beteiligungen oder Konzernstrukturen können die Situation eines Lieferanten verändern.
Personelle Veränderungen
Häufige Wechsel in Geschäftsführung oder Prokura können für die Einordnung eines Unternehmens relevant sein.
Welche Informationen können bei der Prüfung des Ausfallrisikos relevant sein?
Wie entwickeln sich Ergebnis, Eigenkapital und weitere wirtschaftliche Größen?
Wer steht hinter dem Unternehmen und hat sich die Kontrolle verändert?
Welche weiteren Unternehmen gehören zum Netzwerk?
Wer trägt aktuell Verantwortung?
Gab es auffällig viele Veränderungen bei handelnden Personen?
Welche zusätzlichen Abhängigkeiten entstehen durch verbundene Gesellschaften?
Hat sich die strategische oder finanzielle Einbindung des Unternehmens verändert?
Welche Entwicklungen sind für die heutige Risikoeinschätzung relevant?
Operativ unauffällig – strukturell bereits verändert
Ein Lieferant liefert seit Jahren zuverlässig. Qualität, Termine und Reklamationsquote geben keinen unmittelbaren Anlass zur Sorge.
Gleichzeitig hat sich das Unternehmen verändert: Die Geschäftsführung wurde mehrfach ausgetauscht, ein neuer Eigentümer ist eingestiegen und die wirtschaftlichen Kennzahlen entwickeln sich schwächer.
Im operativen Lieferantenmanagement kann davon zunächst wenig sichtbar sein.
Gerade bei schwer ersetzbaren Lieferanten kann es deshalb sinnvoll sein, solche Entwicklungen bereits vor einem tatsächlichen Ausfall zu kennen.
Wie hoch wären die Folgen eines Ausfalls?
Das Ausfallrisiko besteht nicht nur aus der Wahrscheinlichkeit, dass ein Lieferant Probleme bekommt. Ebenso entscheidend ist, welche Auswirkungen ein Ausfall auf das eigene Unternehmen hätte.
Geringe Auswirkungen
Alternative Anbieter sind kurzfristig verfügbar und ein Wechsel ist einfach möglich.
Mittlere Auswirkungen
Ein Wechsel ist möglich, verursacht aber zusätzlichen Aufwand, Kosten oder Verzögerungen.
Hohe Auswirkungen
Der Lieferant ist schwer ersetzbar und ein Ausfall könnte Produktion, Projekte oder Kundenaufträge beeinträchtigen.
Besonders relevant bei kritischen und schwer ersetzbaren Lieferanten
Single Source
Wenn nur ein Lieferant ein bestimmtes Produkt oder eine Leistung bereitstellt.
Hohe Einkaufsvolumen
Wenn ein bedeutender Teil des Einkaufs von einem Unternehmen abhängt.
Produktionskritische Lieferanten
Wenn ein Ausfall unmittelbar zu Produktionsunterbrechungen führen könnte.
Spezialanbieter
Wenn spezielles Know-how, Technologie oder Zulassungen erforderlich sind.
Langfristige Partner
Wenn über Jahre starke operative und wirtschaftliche Abhängigkeiten entstanden sind.
Neue Geschäftspartner
Wenn vor einer bedeutenden Zusammenarbeit die Belastbarkeit besser eingeschätzt werden soll.
Ausfallrisiken mit firmendossiers.de besser einordnen
Firmendossiers führen wirtschaftliche, strukturelle und personelle Unternehmensinformationen zusammen. Dadurch entsteht ein Gesamtbild, das die klassische operative Lieferantenbewertung ergänzt.
Finanzkennzahlen
Wirtschaftliche Entwicklungen und Veränderungen im Zeitverlauf betrachten.
Eigentümerstruktur
Erkennen, wer hinter dem Unternehmen steht und wie die Kontrolle aufgebaut ist.
Beteiligungen
Direkte und indirekte Unternehmensverbindungen nachvollziehen.
Netzwerkdiagramm
Zusammenhänge zwischen Unternehmen und Personen übersichtlich darstellen.
Personenhistorie
Veränderungen bei Geschäftsführung und Prokura nachvollziehen.
Gesamtbild
Wirtschaftliche und strukturelle Informationen nicht isoliert betrachten.
Ein Plan B reduziert das Ausfallrisiko nur, wenn er wirklich funktioniert
Ein zweiter Lieferant kann die Versorgungssicherheit deutlich erhöhen. Doch dafür muss er im Ernstfall tatsächlich eine unabhängige Alternative darstellen.
Gehören Haupt- und Zweitlieferant derselben Unternehmensgruppe an oder bestehen gemeinsame Eigentümer, können Risiken stärker gebündelt sein als angenommen.
Zur Prüfung des Ausfallrisikos gehört deshalb nicht nur die Frage, ob ein Ersatzlieferant vorhanden ist – sondern auch, wie unabhängig dieser tatsächlich ist.
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Häufige Fragen zum Ausfallrisiko von Lieferanten
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