Risikoanalyse Geldwäscheprävention: Firmenkunden strukturiert einordnen
Eine risikobasierte Geldwäscheprävention benötigt belastbare Informationen über Kunden und Geschäftsbeziehungen. Bei Unternehmen können neben grundlegenden Kundendaten auch Unternehmensprofil, Struktur, handelnde Personen, Veränderungen und verfügbare wirtschaftliche Informationen zusätzlichen Kontext für die interne Risikoanalyse liefern.
Risikoanalyse beginnt mit einem nachvollziehbaren Kundenbild
Bevor ein Firmenkunde risikobasiert eingeordnet werden kann, muss zunächst verstanden werden, welches Unternehmen betrachtet wird, wie es aufgestellt ist und welche Informationen für den konkreten Prüfungsfall relevant sind.
Kundenverständnis
Unternehmen, Geschäftstätigkeit und verfügbares Unternehmensprofil strukturiert erfassen.
Unternehmenskontext
Strukturelle und personelle Informationen dort ergänzen, wo sie für die weitere Einordnung relevant sind.
Plausibilisierung
Prüfen, ob die verfügbaren Informationen im Gesamtbild nachvollziehbar zusammenpassen.
Welche Unternehmensinformationen können zusätzlichen Risikokontext liefern?
Welche Tätigkeit, Größe und Struktur sind für das Unternehmen erkennbar?
Passt die erkennbare Geschäftstätigkeit grundsätzlich zur vorgesehenen Geschäftsbeziehung?
Handelt es sich um eine einzelne Gesellschaft oder um einen Teil einer komplexeren Gruppe?
Gibt es strukturelle Besonderheiten, die eine vertiefte Betrachtung nahelegen?
Welche Geschäftsführung und Prokura sind verfügbar erkennbar?
Gab es relevante Eigentümer-, Struktur- oder Personenwechsel?
Welche veröffentlichten Finanzinformationen ergänzen das erkennbare Unternehmensprofil?
Gibt es Unterschiede zwischen vorliegenden Angaben und verfügbaren Unternehmensinformationen?
Informationen strukturieren – Risiko intern bewerten
Ein Beispiel: Zwei ähnlich große Firmenkunden – unterschiedliche Komplexität
Zwei Firmenkunden weisen auf den ersten Blick eine vergleichbare Größe und ähnliche Geschäftstätigkeiten auf.
Beim ersten Unternehmen ist die Struktur überschaubar: wenige Gesellschaftsebenen, eine nachvollziehbare Geschäftstätigkeit und eine stabile personelle Struktur.
Beim zweiten Unternehmen bestehen mehrere Gesellschaftsebenen, zahlreiche verbundene Unternehmen und mehrere jüngere Veränderungen bei Eigentümern und Geschäftsführung.
Das bedeutet nicht automatisch ein höheres Geldwäscherisiko. Es kann aber einen anderen Informationsbedarf und eine vertieftere interne Betrachtung begründen.
Risikoindikator ist nicht gleich Risikonachweis
Unternehmensinformationen sollten nicht isoliert interpretiert werden. Eine komplexe Struktur, ein Geschäftsführerwechsel oder eine ungewöhnliche Entwicklung ist für sich genommen kein Nachweis eines Geldwäscherisikos.
Komplexität
Eine komplexe Unternehmensstruktur kann zusätzlichen Prüfbedarf erzeugen, ist aber nicht automatisch verdächtig.
Veränderung
Eigentümer- oder Personenwechsel können erklärbar und wirtschaftlich nachvollziehbar sein.
Abweichung
Unterschiedliche Angaben sollten zunächst geklärt werden, bevor daraus Schlussfolgerungen gezogen werden.
Finanzentwicklung
Veröffentlichte Finanzdaten liefern Kontext, erlauben aber keine isolierte AML-Bewertung.
Unternehmensgruppe
Viele verbundene Gesellschaften können betrieblich sinnvoll und vollkommen üblich sein.
Gesamtbild
Die interne Bewertung sollte mehrere relevante Faktoren gemeinsam berücksichtigen.
Wie firmendossiers.de die Risikoanalyse unterstützen kann
Firmendossiers treffen keine AML-Risikoentscheidung. Sie helfen dabei, verfügbare Unternehmensinformationen zu einem nachvollziehbaren Gesamtbild zusammenzuführen, das als zusätzliche Informationsgrundlage für interne Risikoanalysen verwendet werden kann.
Unternehmensdaten
Grundlegende Unternehmensinformationen strukturiert zusammenführen.
Strukturinformationen
Eigentümer, Beteiligungen und Unternehmensgruppen im Zusammenhang betrachten.
Netzwerkdiagramm
Komplexere Unternehmensverbindungen grafisch verständlicher machen.
Geschäftsführung & Prokura
Vertretungsberechtigte Personen und verfügbare Veränderungen nachvollziehen.
Personenhistorie
Personelle Entwicklungen über einen längeren Zeitraum betrachten.
Finanzentwicklung
Veröffentlichte Finanzinformationen im Mehrjahresvergleich ergänzend einordnen.
Die Prüftiefe folgt der eigenen Risikoeinschätzung
Bei einem überschaubaren Firmenkunden kann ein geringerer Informationsumfang ausreichend sein.
Bei einem komplexeren Unternehmen können zusätzliche Strukturinformationen, Personenverbindungen oder weiterführende Unternehmensdaten für die interne Prüfung sinnvoll werden.
Firmendossiers können diesen zusätzlichen Informationsbedarf unterstützen. Welche Risikoklasse gilt und welche Maßnahmen daraus folgen, entscheidet jedoch ausschließlich der jeweilige Verpflichtete beziehungsweise Nutzer.
Wann kann Unternehmenskontext für die Risikoanalyse besonders relevant sein?
Neue Geschäftsbeziehung
Ein Firmenkundenprofil vor der internen Risikoeinstufung strukturierter erfassen.
Komplexe Unternehmensstruktur
Zusätzlichen Informationsbedarf bei mehrstufigen Strukturen besser abdecken.
Erhöhte Prüftiefe
Bei intern festgestelltem erhöhtem Risiko weiterführende Unternehmensinformationen heranziehen.
Unklare Unternehmensangaben
Verfügbare Angaben miteinander abgleichen und Unterschiede gezielt klären.
Veränderter Firmenkunde
Neue strukturelle oder personelle Entwicklungen in die erneute Betrachtung einbeziehen.
Nachvollziehbare Dokumentation
Die verwendeten Unternehmensinformationen übersichtlich für interne Prozesse aufbereiten.
Firmendossiers unterstützen interne Risikoanalysen durch die strukturierte Bereitstellung verfügbarer Unternehmensinformationen. Sie vergeben keine AML-Risikoklasse und keinen Kundenrisikoscore. Die gesetzlich oder intern erforderliche Risikoanalyse, Gewichtung einzelner Risikofaktoren, Festlegung der Prüftiefe und daraus abgeleitete Maßnahmen bleiben Aufgabe des jeweiligen Verpflichteten beziehungsweise Nutzers.
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