Risikobasierter Ansatz Geldwäsche: Prüftiefe am Firmenkunden ausrichten
Nicht jeder Firmenkunde stellt dieselben Fragen und benötigt denselben Umfang an Informationen. Ein risikobasierter Ansatz ermöglicht es, Prüftiefe und Informationsbedarf an den jeweiligen internen Risikokontext anzupassen.
Nicht jeder Firmenkunde muss gleich tief geprüft werden
Ein überschaubar strukturiertes Unternehmen kann einen anderen Informationsbedarf auslösen als eine Gesellschaft mit mehreren Holdings, zahlreichen Beteiligungen und häufigen Veränderungen. Der risikobasierte Ansatz trägt dieser Unterschiedlichkeit Rechnung.
Einfacher Fall
Überschaubare Struktur und klare Unternehmensinformationen können einen geringeren zusätzlichen Informationsbedarf bedeuten.
Komplexerer Fall
Mehrere Gesellschaftsebenen oder unklare Angaben können eine vertiefte Betrachtung sinnvoll machen.
Eigene Risikoeinschätzung
Die konkrete Prüftiefe ergibt sich aus gesetzlichen und internen Vorgaben des jeweiligen Nutzers.
Welche Faktoren können zusätzlichen Informationsbedarf auslösen?
Mehrere Holdings, Tochtergesellschaften oder Beteiligungsebenen können zusätzliche Fragen aufwerfen.
Abweichungen zwischen Kundendaten und verfügbaren Informationen können eine vertiefte Prüfung begründen.
Neue Gesellschafter oder weiterführende Eigentümer können den vorhandenen Informationsstand verändern.
Beteiligungen oder Gruppengesellschaften können das Unternehmensumfeld erweitern.
Wechsel bei Geschäftsführung oder Prokura können zusätzliche Aktualisierungsschritte erforderlich machen.
Eine schwer nachvollziehbare Geschäftstätigkeit kann weiteren Klärungsbedarf erzeugen.
Neue Informationen während einer Geschäftsbeziehung können eine erneute Betrachtung auslösen.
Ein bereits festgestelltes höheres Risiko kann zusätzlichen Informationsbedarf begründen.
Der risikobasierte Ansatz folgt einem einfachen Prinzip
Ein Beispiel: Gleiche Branche, unterschiedliche Prüftiefe
Zwei neue Firmenkunden sind in derselben Branche tätig und weisen eine vergleichbare Unternehmensgröße auf.
Der erste Kunde gehört zwei natürlichen Personen, hat eine überschaubare Struktur und zeigt über längere Zeit stabile Unternehmens- und Personeninformationen.
Der zweite Kunde ist Teil einer mehrstufigen Holdingstruktur, verfügt über zahlreiche Unternehmensverbindungen und hat innerhalb kurzer Zeit mehrere strukturelle Veränderungen erfahren.
Diese Unterschiede bedeuten nicht automatisch unterschiedliche Geldwäscherisiken. Sie können aber unterschiedliche Informationsbedarfe und damit eine unterschiedliche Prüftiefe begründen.
Mehr Informationen bedeuten nicht automatisch höheres Risiko
Komplexität ist kein Beweis
Auch umfangreiche Unternehmensstrukturen können wirtschaftlich vollkommen nachvollziehbar sein.
Veränderung ist nicht automatisch auffällig
Eigentümer- oder Personenwechsel können normale unternehmerische Entwicklungen sein.
Kontext entscheidet
Einzelinformationen sollten immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
Prüftiefe bleibt individuell
Der Informationsumfang richtet sich nach den jeweiligen gesetzlichen und internen Anforderungen.
Dokumentation bleibt wichtig
Warum bestimmte Informationen berücksichtigt wurden, sollte intern nachvollziehbar bleiben.
Bewertung bleibt beim Nutzer
Firmendossiers liefert Informationen, trifft aber keine AML-Risikoentscheidung.
Wie firmendossiers.de einen risikobasierten Ansatz unterstützen kann
Je nach gewünschter Prüftiefe können unterschiedliche Unternehmensinformationen relevant werden. Firmendossiers führen verfügbare Informationen zusammen und erleichtern die vertiefte Betrachtung komplexerer Firmenkunden.
Unternehmensprofil
Unternehmens- und Registerinformationen als Ausgangspunkt strukturieren.
Eigentümerstruktur
Direkte und weiterführende Eigentümerinformationen bei Bedarf ergänzend betrachten.
Beteiligungsstruktur
Direkte und indirekte Unternehmensverbindungen nachvollziehen.
Netzwerkdiagramm
Komplexere Unternehmensstrukturen grafisch verständlicher aufbereiten.
Geschäftsführung & Prokura
Handelnde Personen und Veränderungen strukturiert zusammenführen.
Finanzinformationen
Veröffentlichte Finanzinformationen als ergänzenden Unternehmenskontext betrachten.
Prüftiefe dort erhöhen, wo zusätzliche Fragen entstehen
Der Nutzen eines risikobasierten Ansatzes liegt darin, nicht jeden Kunden mit demselben Informationsumfang zu bearbeiten.
Stattdessen kann zusätzlicher Unternehmenskontext dort eingesetzt werden, wo Struktur, Veränderungen oder andere Informationen einen vertieften Blick sinnvoll machen.
Dadurch wird nicht automatisch ein Risiko festgestellt. Es entsteht lediglich eine belastbarere Informationsgrundlage für die weitere interne Entscheidung.
Wann kann eine vertiefte Unternehmensbetrachtung sinnvoll sein?
Mehrstufige Gesellschaften
Wenn die Unternehmensstruktur über mehrere Holdings und Beteiligungsebenen führt.
Abweichende Informationen
Wenn Kundenangaben und verfügbare Unternehmensinformationen nicht vollständig zusammenpassen.
Erhöhtes internes Risiko
Wenn die eigene Risikoeinstufung zusätzlichen Informationsbedarf ergibt.
Neue Unternehmensstruktur
Wenn sich Eigentümer oder Unternehmensverbindungen wesentlich verändert haben.
Neue handelnde Personen
Wenn Geschäftsführung oder Prokura neu besetzt wurden.
Anlassbezogene Prüfung
Wenn neue Informationen eine erneute Betrachtung des Kunden erforderlich machen.
Firmendossiers unterstützen einen risikobasierten Prüfungsansatz durch strukturierte Unternehmensinformationen. Sie bestimmen weder das Geldwäscherisiko noch die erforderliche Prüftiefe und vergeben keine AML-Risikoklasse. Die Risikoentscheidung, Auswahl der Sorgfaltspflichten und Festlegung erforderlicher Maßnahmen bleiben Aufgabe des jeweiligen Verpflichteten beziehungsweise Nutzers.
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