Unternehmensnachfolge · Externe Übernahme
Externe Unternehmensnachfolge
Ein externer Nachfolger übernimmt ein Unternehmen, dessen Strukturen andere über Jahre oder Jahrzehnte aufgebaut haben. Was für den bisherigen Inhaber selbstverständlich ist, muss für einen Außenstehenden erst nachvollziehbar werden.
Je größer der Informationsvorsprung des bisherigen Inhabers, desto wichtiger wird eine strukturierte Sicht auf das Unternehmen.
Firmendossier anfragenEin externer Nachfolger kennt die Geschichte hinter den Strukturen nicht
Der bisherige Unternehmer kennt meist jede wichtige Entwicklung: Beteiligungen, frühere Geschäftsführer, Veränderungen innerhalb der Unternehmensgruppe, wichtige Beziehungen und besondere wirtschaftliche Ereignisse.
Ein externer Nachfolger besitzt dieses Erfahrungswissen zunächst nicht. Er muss sich ein Bild davon machen, wie das Unternehmen aufgebaut ist, wer Einfluss ausübt und wie sich die Strukturen entwickelt haben.
Gerade deshalb ist eine nachvollziehbare, strukturierte Informationsgrundlage bei einer externen Unternehmensnachfolge besonders wichtig.
Entscheidend ist nicht nur, welche Informationen vorliegen – sondern ob ein Außenstehender die Zusammenhänge daraus verstehen kann.
Was sollte ein externer Nachfolger über das Unternehmen wissen?
Die relevanten Fragen gehen häufig über die unmittelbare Zielgesellschaft hinaus. Für die Einordnung kann das Zusammenspiel verschiedener Bereiche entscheidend sein.
Eigentümerstruktur
Wer hält welche Anteile und welche Personen oder Gesellschaften können Einfluss auf das Unternehmen ausüben?
Beteiligungen
Welche Tochtergesellschaften, Beteiligungen und weiteren Unternehmensverbindungen bestehen?
Handelnde Personen
Wer führt das Unternehmen, welche weiteren Funktionen bestehen und wo gibt es personelle Überschneidungen?
Finanzentwicklung
Wie haben sich Ergebnis, Eigenkapital, Verbindlichkeiten und weitere Kennzahlen entwickelt?
Unternehmensnetzwerk
Wie sind Gesellschaften, Eigentümer und handelnde Personen miteinander verbunden?
Veränderungen
Welche Eigentümer-, Personen- oder Strukturveränderungen gab es in den vergangenen Jahren?
Ein Geschäftsführerwechsel allein macht noch keine Nachfolge
Funktionen können formal relativ schnell übertragen werden. Unternehmenswissen, Beziehungen, Entscheidungswege und Einflussstrukturen verändern sich dagegen häufig langsamer.
Ein externer Nachfolger sollte deshalb nicht nur betrachten, wer nach der Übergabe Geschäftsführer oder Gesellschafter ist.
Relevant ist auch, welche Rolle der bisherige Unternehmer in der gewachsenen Unternehmensstruktur gespielt hat und welche Verbindungen bislang über ihn liefen.
Besonders interessant können sein:
- Eigentum und Geschäftsführung in einer Person
- langjährige Schlüsselpersonen
- Mehrfachrollen in mehreren Gesellschaften
- wenige weitere Entscheidungsträger
- personelle Verbindungen im Unternehmensnetzwerk
- starke Konzentration von Verantwortung
Was passiert, wenn der bisherige Unternehmer tatsächlich ausscheidet?
Für einen externen Nachfolger kann eine starke Personenabhängigkeit besonders anspruchsvoll sein.
Er übernimmt nicht automatisch die persönlichen Kontakte, die Erfahrung und das informelle Wissen der bisherigen Unternehmerperson.
Deshalb kann es relevant sein, frühzeitig zu erkennen, welche formalen Funktionen und Unternehmensverbindungen besonders stark an einzelnen Personen hängen.
Diese Erkenntnisse können helfen, gezielter nach internen Verantwortlichkeiten, Übergabeprozessen und Wissenstransfer zu fragen.
Vertiefung: Personenabhängigkeit im Unternehmen erkennen
Die übernommene Gesellschaft kann Teil eines größeren Geflechts sein
Bei einer externen Nachfolge sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass die unmittelbar zu übertragende Gesellschaft das vollständige Unternehmensbild abbildet.
Direkte und indirekte Beteiligungen, Tochtergesellschaften, weitere Gesellschaften derselben Personen oder gemeinsame Geschäftsführer können zusätzliche Zusammenhänge schaffen.
Ein Netzwerkdiagramm kann solche Strukturen übersichtlicher darstellen und helfen, Verbindungen über mehrere Ebenen zu erkennen.
Mehr zum Thema: Beteiligungen und Eigentümer
Ein externer Nachfolger sollte nicht nur den aktuellen Stand sehen
Aktuelle Finanzkennzahlen sind wichtig, zeigen jedoch nur einen Ausschnitt.
Für die Einordnung eines Unternehmens kann die Entwicklung über mehrere Jahre wesentlich aussagekräftiger sein.
Haben sich Ergebnisse stabil entwickelt? Wie haben sich Eigenkapital und Verbindlichkeiten verändert? Gibt es deutliche Schwankungen oder Richtungswechsel?
Besonders interessant kann sein, ob wirtschaftliche Veränderungen zeitlich mit Eigentümerwechseln, Geschäftsführerwechseln oder strukturellen Veränderungen zusammenfallen.
Der bisherige Inhaber weiß zwangsläufig mehr als der externe Nachfolger
Dieser Informationsunterschied ist bei einer externen Nachfolge normal. Entscheidend ist, ihn möglichst systematisch zu verkleinern.
Bekanntes prüfen
Angaben und bekannte Unternehmensstrukturen mit nachvollziehbaren Informationen abgleichen.
Unbekanntes erkennen
Gesellschaften, Personen oder Entwicklungen identifizieren, zu denen weitere Fragen sinnvoll sein können.
Zusammenhänge verstehen
Einzelne Datenpunkte so verbinden, dass daraus ein nachvollziehbares Unternehmensbild entsteht.
Gute Vorbereitung bedeutet nicht, bereits jede Antwort zu kennen – sondern zu wissen, welche Fragen noch gestellt werden müssen.
Eine strukturierte Unternehmensanalyse kann vor einer vertieften Prüfung ansetzen
Bei einer externen Unternehmensnachfolge kann abhängig von Umfang und Gestaltung der Transaktion eine umfassende Due Diligence erforderlich sein.
Eine strukturierte Unternehmensanalyse verfolgt einen anderen Ansatz: Sie kann zunächst öffentlich nachvollziehbare Informationen zu Eigentum, Beteiligungen, Personen, Finanzen und Unternehmensverbindungen zusammenführen.
Dadurch können bereits vor weitergehenden Prüfungen Zusammenhänge und mögliche Vertiefungsthemen sichtbar werden.
Mehr dazu: M&A und Due Diligence
Für externe Nachfolger zählt der Zusammenhang
Ein Firmendossier kann öffentlich nachvollziehbare Unternehmensinformationen strukturiert zusammenführen und damit eine zusätzliche Informationsgrundlage für die externe Unternehmensnachfolge schaffen.
Eigentümer
Aktuelle Eigentumsverhältnisse und relevante Gesellschafter nachvollziehen.
Beteiligungen
Direkte und indirekte Beteiligungen über mehrere Ebenen betrachten.
Netzwerkdiagramm
Gesellschaften und Personen in ihrem Zusammenhang sichtbar darstellen.
Personenhistorie
Geschäftsführung und relevante Veränderungen im Zeitverlauf nachvollziehen.
Finanzentwicklung
Wirtschaftliche Entwicklung über mehrere Jahre strukturiert einordnen.
Analystenprüfung
Unternehmensinformationen und erkennbare Zusammenhänge zusätzlich prüfen und einordnen.
Hinweis: Ein Firmendossier ersetzt keine rechtliche, steuerliche, finanzielle oder operative Due Diligence und keine Nachfolgeberatung. Es kann eine zusätzliche Informationsgrundlage für weitere Prüfungen und Gespräche schaffen.
Externe Unternehmensnachfolge weiter vertiefen
Unternehmen vor der Nachfolge prüfen
Eigentümer, Beteiligungen, Personen und Finanzentwicklung vor einer konkreten Übernahme zusammen betrachten.
Unternehmen prüfen →Personenabhängigkeit erkennen
Prüfen, wie stark das Unternehmen noch von einzelnen Schlüsselpersonen abhängig ist.
Personenabhängigkeit ansehen →Risiken bei der Nachfolge
Strukturelle, personelle und wirtschaftliche Nachfolgerisiken einordnen.
Nachfolgerisiken ansehen →Zur Übersicht: Unternehmensnachfolge
Häufige Fragen zur externen Unternehmensnachfolge
Was bedeutet externe Unternehmensnachfolge?
Bei einer externen Unternehmensnachfolge wird das Unternehmen nicht innerhalb der Familie, sondern an eine außenstehende Person oder einen externen Erwerber übergeben.
Warum ist die Informationslage bei einer externen Nachfolge besonders wichtig?
Ein externer Nachfolger verfügt nicht über das langjährige interne Wissen des bisherigen Inhabers. Eigentümerstrukturen, Beteiligungen, handelnde Personen und wirtschaftliche Entwicklungen müssen deshalb nachvollziehbar aufbereitet werden.
Was sollte ein externer Nachfolger über das Unternehmen prüfen?
Je nach Unternehmen können unter anderem Eigentumsverhältnisse, direkte und indirekte Beteiligungen, Unternehmensverbindungen, Geschäftsführung, Personenhistorien und die mehrjährige Finanzentwicklung relevant sein.
Warum sind Personenabhängigkeiten bei einer externen Nachfolge wichtig?
Ein externer Nachfolger übernimmt Funktionen, aber nicht automatisch Wissen, persönliche Beziehungen und Erfahrung. Deshalb kann eine starke Konzentration auf einzelne Schlüsselpersonen die Übergabe erschweren.
Ist eine Unternehmensanalyse dasselbe wie eine Due Diligence?
Nein. Eine Unternehmensanalyse kann öffentlich nachvollziehbare Informationen strukturiert zusammenführen. Eine Due Diligence ist regelmäßig umfassender und kann insbesondere interne rechtliche, steuerliche, finanzielle und operative Unterlagen einbeziehen.
Was kann ein Firmendossier bei einer externen Nachfolge leisten?
Ein Firmendossier kann Eigentümer, Beteiligungen, Personenhistorien, Finanzentwicklungen und Unternehmensverbindungen strukturiert darstellen und so eine zusätzliche Informationsgrundlage für weitere Prüfungen schaffen.
Wer von außen übernimmt, muss Zusammenhänge erst sichtbar machen
Eigentümer, Beteiligungen, Personen, Finanzentwicklung und Unternehmensnetzwerk helfen dabei, ein Unternehmen jenseits der reinen Übergabeformalitäten zu verstehen.
Ein Firmendossier kann diese Informationen strukturiert zusammenführen.
Firmendossier anfragen